Schlang & Reichart in der Presse

SchlepperPost - Jedes Teil für Winde und Seil

80 Jahre Schlang & Reichart: Das alte Gerät ist nicht vergessen. Im Jahr 2025 wird Schlang & Reichart stolze 80 Jahre alt. Dass dem Forst-Spezialisten seine lange Tradition am Herzen liegt, zeigt sein Service-Bemühen: etliche Ersatzteile für die geschätzten Seilwin­den sind noch lieferbar und der Kundendienst im Werk hilft bei schwierigen Fällen.

Die Namen Franz Schlang und Anton Reichart besitzen unter Forstbesitzern und Holzrückern einen guten Klang. Unmittelbar nach Kriegsende hatten der Maschinenbau-Ingenieur und der Handwerks-Meister im Allgäu einen Be­trieb gegründet. Bereits 1946 entstand mit der W1 die erste Universal-Winde zum Anbau am Schlepperheck. Rasch erarbeiteten sich die robust konstruierten Aggregate im harten täglichen Einsatz Anerkennung und einen guten Ruf (zur Firmen-und Windengeschichte siehe SPo 5/2016 und Traktor Spezial 4/2016).

Schlang & Reichart gibt es noch heute seit 2013 gehört man zur Pfanzelt Maschinenbau GmbH. Paul Pfanzelt, Spezialist für Forst-, Kommunal- und Sondermaschinen, übernahm damals die gesamte Belegschaft, das Pro­duktprogramm, Ersatzteilversorgung und Kundendienst. Vom Standort Rettenbach aus, bei Marktoberdorf, vertreibt Schlang & Reichart heute ein eigenes Seilwinden-Programm sowie Rücke- und Krananhänger und Forstschutzausrüstungen.

Nie verlor das Unternehmen die älteren Winden aus den Augen. Im Archiv fin­den sich Unterlagen zu den gängigen Typen von Konstruktionszeichnungen bis zu Reparaturanleitungen. Immer wieder nachgefragt werden Teile zu den ab 1968 schrittweise mit hydraulischer Schaltung ausgestatteten Seilwinden und dem ab 1974 komplett erneuer­ten Programm. Populär sind etwa die Zwillings-Seilwinden 240 und 260 mit einer mittleren Zugkraft von 2 x 4 bzw. 2 x 6 Tonnen. Mit diesen Maschinen debütierte neue Technik wie Lamellenkupplungen und Lamellenbremsen. Darauf aufbauend entwickelte Schlang & Reichart ein neues, erweitertes Programm. Alle Aggregate, egal ob für Dreipunkt- ode Festanbau, ob Eintrommel- oder Zwillings-Maschinen, besaßen einen separaten Ölkreislauf mit eigener Pumpe und eigenem Tank - und arbei­teten unabhängig von der Schlepperhy­draulik. Geänderte Typenbezeichnungen im 1974er Typenprogramm dokumen­tieren die Umstellung auf Angabe der maximalen Nutzlast: aus den Typen 240/260 beispielsweise wurden die Mo­delle 250/270. Gut nachgefragt wurden auch die 5-Tonnen-Eintrommel-Winden 510/511 oder der Typ 710.

Vieles ist für die gängigen Aggregate noch lieferbar - etwa Kupplungsnaben und Kupplungslamellen, Trommelzap­fen oder Steuerblöcke. Winkelgehäuse für die Pumpenantriebe werden eben­falls vorgehalten und natürlich die be­eindruckenden Hauptwellen der Win­den. Da viele Ersatzteile in der aktuellen Fertigung nicht mehr verwendet werden, hat man für die älteren Windenty­pen ein separates Hochlager angelegt. Von hier aus werden Reparaturen im hauseigenen Sondermaschinenbau versorgt und der Versand an Händler abgewickelt.

"Bei uns rufen auch Kunden an, die sich einen gebrauchten Forstschlepper mit S & R-Ausrüstung gekauft haben", berichtet Kundendienstleiter Karl Müller. Die Maschine kann dann zu einem vereinbarten Termin im Werk in Rettenbach inspiziert werden. Gegebenenfalls werden Seilwinden auch revidiert. Den Hauptanteil macht aber der Versand von Ersatzteilen und Werkstattliteratur aus. Der technische Service ist telefo­nisch und per Email erreichbar.

Auf der Website www.schlang­-reichart.de sind darüber hinaus alle Vertriebspartner und Stützpunkthändler gelistet, darunter der langjährige S & R-Spezialist Georg Riesch in Jachenau im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. „ Als erster Kontakt empfiehlt sich der Land- und Forstmaschinenhändler, aber wir sind auch direkt erreichbar, gerade wenn kein geeigneter Betrieb in der Nähe des Kunden liegt", so Müller. Der Kundendienst-Leiter besitzt übrigens einen Schlüter Super 1250V von 1981, und zwar das letzte von 31 gebauten Exemplaren der Bauserie SF 6900/1258. ,,Den hab ich 2009, bereits mit S & R-Ausrüstung, gekauft". Neben der Doppeltrommel-Winde 270 ist auch die originale Bergstütze verbaut.  Müller ließ es sich nicht nehmen, das Aggregat seiner „Hobbymaschine" eigenhändig zu zerlegen und zu revidieren.

Gerald Sandrieser

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